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Im Blickpunkt

KÜNSTLICHE VERKNAPPUNG
... skrupellose Preissteigerungen bei patentfreien Krebsmitteln u.a. Arzneimitteln

Der weltweit agierende südafrikanische Pharmakonzern Aspen Holdings droht, die Auslieferung dringend benötigter Krebsmittel zu stoppen, wenn Gesundheitsbehörden Preissteigerungen bis auf das 40-Fache (4.000%) nicht akzeptieren.1 So geschehen beispielsweise in Italien und Spanien. Das Geschäftsprinzip dahinter ist so einfach wie skrupellos: Aspen hat von Glaxo­SmithKline (GSK) die Rechte an fünf preiswerten Zytostatika wie Busulfan (MYLERAN) oder Melphalan (ALKERAN) gekauft, für die es trotz des seit Jahrzehnten abgelaufenen Patentschutzes in den meisten Ländern keine generischen Konkurrenzprodukte gibt. In einigen Indikationen gehören sie aber heute noch zum Therapiestandard. So ist Melphalan beispielsweise bei der Hochdosistherapie von Patienten mit multiplem Myelom nicht durch andere Zytostatika zu ersetzen.2 Solche Alleinstellungen geben der Firma die Möglichkeit, schwer erkrankte Patienten quasi als Geiseln zu nehmen, um die geforderten exzessiven Preise durch Androhung eines Auslieferungsstopps durchzusetzen - ein Verhalten, das im krassen Gegensatz zu der von Aspen in Selbstdarstellungen in Anspruch genommenen „Nulltoleranz gegen unethisches Verhalten“ 3 steht.  mehr 

© 2017 arznei-telegramm, publiziert am 5. Mai 2017

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