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Nebenwirkungen

PLASMASPIEGELBESTIMMUNG UNTER
KOMBINATION VON ANTIKONVULSIVA

Unter der Kombinationstherapie von Carbamazepin (TEGRETAL u.a.) und Valproinsäure (ERGENYL u.a.) kommt es – im Vergleich zu Carbamazepin-Monotherapien – zu deutlich erhöhten Konzentrationen des Carbamazepin-Metaboliten Carbamazepin-10,11-Epoxid.1 Besonders hohe Carbamazepin-Epoxid-Konzentrationen mit erheblichen Nebenwirkungen (massives Erbrechen, Schläfrigkeit) entstehen, wenn – vor allem bei Kindern – eine Carbamazepin-Therapie zu einer bereits bestehenden Valproinsäure-Therapie aufgebaut wird.2 Das Problem ist gravierend, weil mit den heute in Deutschland zur Serumspiegel-Kontrolle üblicherweise verwendeten Immuno-Assays dieser Metabolit nicht erfaßt werden kann und somit der Aufmerksamkeit des behandelnden Arztes entgeht.

FAZIT: Bei Problemen mit Störwirkungen unter Kombinationstherapie von Valproinsäure (ERGENYL u.a.) und Carbamazepin (TEGRETAL u.a.) sollte per Hochdruckflüssigkeitschromatographie der Metabolit Carbamazepin-Epoxid gemessen werden.

1

RAMBECK, B. et al.: Therap. Drug Monit. 9 (1987), 298

2

RAMBECK, B. et al.: Eur. Neurol. 30 (1990), 79


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