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AKNEMITTEL AZELAINSÄURE (SKINOREN)

Von den verfügbaren Akneexterna gelten Benzoylperoxid-Zubereitungen (AKNEFUG OXID, PANOXYL u.a.) (vgl. a-t 9 [1980], 70) und die stärker wirkende Vitamin A-Säure (Tretinoin [AIROL u.a.]) als Mittel der Wahl. Die lokale Verwendung von Antibiotika wie Tetracyclin (ACHROMYCIN u.a.) oder Erythromycin (AKNE-MYCIN, INDERM u.a.) ist wegen möglicher Resistenzentwicklungen kritisch abzuwägen,1 während die Einnahme per os von Doxycyclin oder Erythromycin in der halben üblichen therapeutischen Dosis einen definierten Stellenwert für schwere Akneformen besitzt.

Seit April 1991 bietet Schering Azelainsäure (SKINOREN Creme) zur Behandlung der Akne vulgaris an. Die natürlich vorkommende aliphatische Dikarbonsäure wirkt als 20%ige Creme gleich gut wie 5%iges Benzoylperoxid bei Akne comedonica oder 0,05%ige Tretinoin-Creme bei Akne papulopustulosa. Hingegen wirkt Azelainsäure schwächer als das zur Behandlung therapieresistenter Akneformen vorbehaltene Oralretinoid Isotretinoin (ROACCUTAN) bei Patienten mit Akne nodulocystica.2

Nach den bislang noch beschränkten Erfahrungen scheint Azelainsäure relativ gut verträglich zu sein. Lokale Reizungen wie Jucken, Rötung, Brennen und Schuppung sind möglich. Um Reizungen vorzubeugen darf die Creme nicht auf Schleimhäute oder ins Auge gelangen.

Morgens und abends soll ein Cremestrang von 4-5 cm Länge aufgetragen werden. Die täglichen Kosten hierfür betragen rund 2,50 DM und liegen etwa doppelt so hoch wie die von Benzoylperoxid- oder Tretinoin-Zubereitungen.

FAZIT: Das Lokaltherapeutikum Azelainsäure (SKINOREN Creme) wirkt gleich gut wie Benzoylperoxid (PANOXYL u.a.) oder Tretinoin (AIROL u.a.). Die Neuerung scheint nach den noch geringen Erfahrungen relativ gut verträglich zu sein. Sie verteuert die externe Aknetherapie etwa um den Faktor Zwei.

1

FRICKE, U. in Schwabe/Paffrath (Hrsg.): "Arzneiverordnungs-Report '90", Fischer Stuttgart (1990), S. 179

2

GOLLNICK, H.: J. Dermat. Treatm. 1:3 (1990), S23


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