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FDA rät zum Gestagenzusatz bei Östrogeneinnahme: Frauen, die Östrogene zur Behandlung von Symptomen der Postmenopause und zur Vorbeugung von Osteoporose einnehmen, sollten nach Ansicht des zuständigen Komitees der amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA gleichzeitig ein Gestagen einnehmen – vorausgesetzt die Gebärmutter ist noch vorhanden. Auch wenn Langzeitdaten fehlen, reichen die Erkenntnisse zur kombinierten Östrogen-Gestagen-Therapie für eine generelle Empfehlung aus. Die Beigabe von Gestagen für 10 oder mehr Tage pro Monat beugt Hyperplasien der Gebärmutterschleimhaut vor und mindert das Risiko von Karzinomen des Endometriums (vgl. a-t 12 [1985], 99). In den USA gibt es bislang noch keine entsprechenden Kalenderpackungen wie sie in Deutschland beispielsweise als CYCLO PROGYNOVA oder PRESOMEN COMPOSITUM im Handel sind. Die Östrogensubstitutionstherapie über 15 Jahre geht mit einem um 30% erhöhten Risiko von Brustkrebs einher (vgl. auch a-t 8 [1989], 78). Ob dieses durch Gestagenzusatz beeinflußt wird, bleibt zu klären. Der protektive Effekt des Östrogens bei Osteoporose wird durch Gestagenbeigabe nicht vermindert, möglicherweise sogar verbessert. Nach vorläufigen Ergebnissen können Gestagene die Knochenbildung fördern, wobei die Veränderungen offensichtlich erst im 2. und 3. Jahr deutlich werden. Langfristig könnte nach Ansicht des FDA Komitees daher eine Reduzierung der Östrogendosis möglich sein (Scrip 1632 [1991], 24 / ati d).


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