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Therapiekritik

STAUUNGSHERZINSUFFIZIENZ
RECHTZEITIG MIT ACE-HEMMER BEHANDELN

Eine chronische Herzinsuffizienz mit Stauungszeichen beeinträchtigt die Lebensqualität. Sie betrifft etwa 3% bis 5% der Bevölkerung über 65 Jahre und scheint für etwa 5% der Krankenhausaufnahmen verantwortlich zu sein. Etwa die Hälfte der Betroffenen lebt 5 Jahre nach Auftreten der ersten Stauungszeichen nicht mehr. Zur Akutbehandlung werden Diuretika, meist Schleifendiuretika, verwendet. Seit 1986 besteht Anhalt, daß bei schwerer Herzinsuffizienz hospitalisierter Patienten die niedrig dosierte Langzeiteinnahme eines ACE-Hemmers die Einjahressterblichkeit gegenüber konventionellen Therapien senkt.

In einem Jahr verstarben 46 (36%) von 127 Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz unter Enalapril und 66 (52%) von 126 Patienten unter Plazebo. Auch bei Herzinsuffizienz mit leichter bis starker Einschränkung der körperlichen Belastbarkeit (NYHA II und III) belegen neuere Untersuchungen eine Abnahme der Sterblichkeit, wenn Enalapril in einer mittleren Dosis von 17 mg täglich als Adjuvans zu konventionellen Therapeutika Anwendung findet: Von 1285 mit Enalapril Behandelten starben 452 (35%) gegenüber 510 tödlichen Verläufen (40%) in einer etwa gleichgroßen Plazebogruppe. Der Beobachtungszeitraum betrug 41 Monate. Möglicherweise wäre der Abstand zwischen Plazebo und Verum deutlicher ausgefallen, wenn nicht fast ein Drittel der Patienten in der Plazebogruppe im letzten Jahr des Untersuchungszeitraumes auf einen anderen ACE-Hemmer eingestellt gewesen wäre. Bedenken vor schwerwiegenden unerwünschten Wirkungen der Medikation sollten im Licht der günstigen Ergebnisse, die auf die Nachlastsenkung zurückgeführt werden, zurückstehen.

FAZIT: Wann immer eine myokardiale systolische Dysfunktion besteht, ist die Verwendung eines ACE-Hemmers zu erwägen.

Editorial: Lancet 339 (1992), 278


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