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Korrespondenz

MOXONIDIN (CYNT) GEGEN HOCHDRUCK
BEI SCHLAF-APNOE-SYNDROM?

Bitte teilen Sie mir mit, inwieweit bei einem Patienten mit nachgewiesenem Schlaf-Apnoe-Syndrom und therapieresistentem arteriellen Hypertonus die Gabe eines Imidazol-Rezeptoren-Blockers, wie z.B. Moxonidin, indiziert sein kann. Als Kontraindikation steht bei dem von der Firma Beiersdorf herausgegebenen Medikament CYNT eine Bradykardie mit Herzschlagwerten unter 50/Min. Bei dem von mir genannten Patienten konnte ich im ambulanten respiratorischen Monitoring eine Pulsrate zwischen 45 und 60/Min. nachts nachweisen. Unter kontinuierlicher Beatmung gegen erhöhten Druck (CPAP) und Behandlung mit einem Kalziumantagonisten haben sich die Blutdruckwerte auf 160/110 bzw. 120 mmHg diastolisch eingestellt. Im Vergleich zur Zeit vor der n- CPAP-Therapie hat sich der Blutdruck diastolisch deutlich gesenkt, initial lagen die Werte bei 140 bis 150 mmHg.

J. RYBA (Pneumologe)
W-6700 Ludwigshafen

Bei Schlaf-Apnoe-Syndrom erscheinen nach dem bisherigen Kenntnisstand Stoffe, die zentral sedierend wirken, problematisch, da sie das Risiko von Schlaf- Apnoen erhöhen können. Moxonidin ist ein Antihypertensivum mit zentraler Wirkung vom Typ des Clonidin (CATAPRESAN u.a.). Diese Substanzen wirken zentral sedierend und erscheinen deshalb als Mittel der Wahl für die Behandlung von Patienten mit Schlaf-Apnoen ungeeignet. Dabei ist ein fraglicher Effekt auf den putativen Imidazol-Rezeptor unerheblich, da die klinische Relevanz solcher von der Werbung in den Vordergrund gestellten Laboratoriumsbefunde hypothetisch ist. Betablocker scheinen ebenfalls für Patienten mit Schlaf-Apnoen ungeeignet zu sein, da einmal die Dämpfung der Herzfrequenz und zum anderen die bei einigen Substanzen nachweisbare sedierende Wirkung Probleme aufwerfen können. Demnach stehen für die Behandlung einer Hypertonie bei Patienten mit Schlaf-Apnoen folgende Substanzgruppen zur Verfügung: Diuretika, Kalziumantagonisten, ACE-Hemmer sowie als Reservetherapeutika periphere Alpha-Rezeptor-Antagonisten (z.B. Prazosin [MINIPRESS u.a.]) und/oder Vasodilatatoren (z.B. Dihydralazin [NEPRESOL]) –Red.


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