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Kongressberichte

AKTUELLES VOM REICHSKONGRESS
DER SCHWEDISCHEN MEDIZIN
Stockholm, 1.-3. Dezember 1993

Nasentropfen-Rhinitis nach vier Wochen Oxymetazolin (NASIVIN u.a.)-Nasenspray: Seit den vierziger Jahren ist nach Anwendung abschwellender Nasentropfen ein "Rebound-Effekt" mit stärkerer Durchblutung und Wiederanschwellen der Schleimhäute bekannt (vgl. a-t 7 [1972], 29). Auch die neueren rezeptfrei erhältlichen vasokonstriktiven "Schnupfenmittel" wie Oxymetazolin (NASIVIN u.a.) rufen bei Daueranwendung die sogenannte Rhinitis medicamentosa hervor. In Schweden nahm nach Aufhebung der Rezeptpflicht für Oxymetazolin im Jahre 1989 parallel zum steigenden Umsatz die Zahl der Patienten mit Nasentropfen-Rhinitis um 120% zu. In einem Probandenversuch sprühen sich acht gesunde Versuchspersonen 30 Tage lang dreimal täglich 0,1 ml Oxymetazolin-Lösung in jedes Nasenloch. Bereits nach zehn Tagen reagiert die Nasenschleimhaut der Probanden empfindlicher auf Provokation mit Histaminlösung. Nach weiteren 20 Tagen ist die Histaminempfindlichkeit signifikant erhöht. Jetzt klagen alle Teilnehmer über eine "Rebound-Schwellung" und Nasenlaufen. Die abschwellende Wirkung einer Einzeldosis des Vasokonstriktors bleibt jedoch erhalten. Fazit: Abschwellende Nasenmittel sollen nicht länger als zehn Tage in Folge angewendet werden (GRAF, P., J.-E. JUTO: HNO-Klinik, Södersjukhuset, Stockholm).


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