Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
Verschen­ken Sie ein Abo des arznei-telegramm® – die unabhängige Arzneimittelinformation für Ärzte und Apotheker.
Hier geht es zum
Bestell­formular
vorheriger Artikela-t 1994; Nr. 2: 23nächster Artikel
Nachwirkungen

Rinderenzym Orgotein (PEROXINORM) – spätes "Aus" in Deutschland: Seit über zehn Jahren warnen wir vor lebensbedrohlichen allergischen Reaktionen in Verbindung mit dem aus Rinderblut gewonnenen Eiweiß Orgotein (PEROXINORM), das Peroxid-Radikale abfangen und auf diese Weise entzündungshemmend wirken soll (vgl. a-t 9 [1983], 84; 2 [1988], 24; 12 [1989], 114). Dem Bundesgesundheitsamt (BGA) liegen Berichte über "Überempfindlichkeitsreaktionen aller Schweregrade" vor (vgl. a-t 4 [1987], 38). Nun kündigt das BGA das Ruhen der Zulassung des Mittels an – offensichtlich angesichts zweier erneuter Todesfälle. Die Empfehlung der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft zur sorgfältigen Nutzen-Risiko-Abwägung sowie zum Bereitlegen des Notfallbesteckes vor Injektion von Orgotein (a-t 12 [1989], 114) schützte erwartungsgemäß nicht vor den tödlichen Folgen der Injektion des Fremdeiweißes. Die Schweizer Gesundheitsbehörde verbot das Enzympräparat bereits 1990 – überwiegend aufgrund der Negativerfahrungen aus Deutschland (vgl. a-t 6 [1990], 57).

Von 19 dem NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION gemeldeten Ereignissen in Verbindung mit PEROXINORM betreffen 11 schwere allergische Reaktionen, darunter Schock, Schockfragmente und Glottisödem. Zwei Patienten starben trotz sofort eingeleiteter Wiederbelebungsversuche (Berichte 2146, 3079).


© 1994 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 1994; Nr. 2: 23nächster Artikel