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Korrespondenz

UKRAIN IN DER KREBSTHERAPIE

Welchen Stellenwert hat UKRAIN in der Krebstherapie? Dieses Präparat wurde – für mich unverständlich – seitens des Bundesministeriums für Wissenschaft und Kunst, von vielen Krankenversicherungen und auch interessanterweise von der Österreichischen Ärztekammer positiv berichtet. Dies teure Mittel (eine Serie kostet in Österreich ca. 200.000 Schilling) wird sogar in einer Versicherungszeitschrift empfohlen (In Form 3 [1993], 5)

DDr. P. JIRAK (Interne Ambulanz, Landes-Nervenklinik)
A-4020 Linz


Das nach der Heimat seines Entdeckers1 benannte "Krebsmittel" UKRAIN enthält Alkaloidderivate aus Schöllkraut.2 Angeblich wirkt es – bei allen Krebsarten! – ausschließlich gegen maligne, nicht aber gegen normale Körperzellen.

In der seriösen wissenschaftlichen Literatur findet UKRAIN keine Berücksichtigung. Klinische Studien, die nach international üblichen Standards angelegt sind, fehlen unseres Wissens. In mehreren unkontrollierten Untersuchungen erhalten Patienten neben dem Prüfpräparat andere, z.T. unterschiedliche Krebsbehandlungen.3,4,5 Eine als Phase-II-Studie deklarierte Untersuchung nennt weder Nachbeobachtungszeit noch Überlebensdauer der Patienten. Angebliche partielle Tumorremissionen unter UKRAIN werden mit anderen Effekten so zusammengefaßt, daß die tatsächliche Häufigkeit nicht ersichtlich ist.6

Das deutsche Krebsforschungsinstitut in Heidelberg hat UKRAIN wegen fehlender wissenschaftlich nachvollziehbarer Daten als Mittel mit nicht nachgewiesener Wirksamkeit beurteilt,2 –Red


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