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Nekrotisierende Scheidenentzündung nach örtlich angewendetem Antiseptikum Dequaliniumchlorid (FLUOMYCIN N): Eine Frauenärztin aus Sachsen-Anhalt berichtet über eine 47jährige Patientin, die nach Gebärmutterentfernung eine Scheidenentzündung mit Dequaliniumchlorid-Vaginaltabletten (FLUOMYCIN N) behandelt. Nach einer Woche entwickelt sich eine ausgeprägte, zum Teil nekrotisierende Kolpitis (NETZWERK-Bericht 7831). Eine 28jährige, die das rezeptfrei erhältliche Antiseptikum wegen Fluor benutzt, erkrankt nach zehn Tagen ebenfalls an einer nekrotisierenden Entzündung der Scheide mit Allgemeinsymptomen und Fieber (7832). Vor 25 Jahren warnten wir wegen Gefahr schwerer Ulzerationen vor der Anwendung Dequalinium-haltiger Mittel im Bereich von Nabel, Glans penis und Vulva (a-t 1 [1970], 2). Zur Behandlung einer Vaginitis eignen sich Desinfektionsmittel nicht. Eine gezielte Chemotherapie ist erforderlich, bei bakteriellen Infektionen beispielsweise Metronidazol (CLONT u.a.)-Vaginalzubereitungen, bei Candida- Infektionen topische Antimykotika wie Clotrimazol (CANESTEN Vaginaltabletten u.a.; Therapiekursbuch '94/95, A.V.I., Berlin, Seiten 74, 303).


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