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Qualitätskontrolle

VERAPAMILPRÄPARATE IM VERGLEICH

Einzelbeobachtungen über verminderte Wirkung bzw. langsame Wirkstofffreigabe von VERAPAMIL AL 80 und der inzwischen nicht mehr erhältlichen Drageeformulierung von VERAPAMIL-RATIOPHARM veranlaßten das Deutsche Arzneiprüfungsinstitut in Eschborn, die Qualität 21 schnellfreisetzender oraler 80-mg-Zubereitungen des Antianginosums zu vergleichen.

Alle Prüfpräparate der Reihenuntersuchung sind exakt dosiert, geben den Kalziumantagonisten jedoch unterschiedlich frei: Praktisch ohne Verzögerung beginnt die Auflösung von Verapamil aus den Tabletten-Präparaten CORDIMIL, ISOPTIN und VERAPAMIL-RATIOPHARM N. Bei FALICARD- und VERAPAMIL-80-RIKER-Tabletten, den Dragee-Zubereitungen DIGNOVER, DURASOPTIN, PRAECICOR, VERADURAT, VERAHEXAL, VERAMEX sowie den inzwischen nicht mehr angebotenen CARDIAGUTT- und ISOPTINE-Dragees setzt die Auflösung um fünf bis zehn Minuten verzögert ein. Dies ist u.E. klinisch ohne Bedeutung und für Dragees, deren "Mantel" zunächst abgelöst werden muß, normal.

Nach anfänglich rascher Abgabe von Verapamil haben AZUPAMIL, CARDIOPROTECT und VEROPTIN STADA nach einer Stunde erst 80% bis 90% des Wirkstoffs freigesetzt. Mit weniger als 75% nach 30 Minuten löst sich der Kalziumantagonist auffällig langsam aus JENAPAMIL, VERA 80, VERAPAMIL AL 80 und VERAPAMIL-WOLFF. Sie erfüllen nicht die Anforderungen des zugrunde gelegten amerikanischen Arzneibuches.

FAZIT: Schnellfreisetzende Verapamil-Präparate zu 80 mg haben eine überwiegend gute Qualität. 4 von 21 Präparaten setzen den Wirkstoff langsamer frei als vom amerikanischen Arzneibuch gefordert: JENAPAMIL 80, VERA 80, VERAPAMIL AL 80 und VERAPAMIL-WOLFF 80. Wird auf diese Präparate oder von diesen gewechselt, könnte dies für den Patienten spürbar sein.

KRÄMER, J. et al.: Pharm. Ztg. 140 (1995), 3246/ati d


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