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Korrespondenz

ZUR ANWENDUNG VON ADRENALIN

Die Behauptung des Kollegen Dr. M. HÜBNER in a-t 7 (1995), 77:

"Aus der Erfahrung, daß intravenös verabreichte Medikamente bei Kreislaufstillstand relativ ineffektiv sind, wurde die Empfehlung erarbeitet, bei Kreislaufstillstand Adrenalin via Tubus zu verabreichen. Diese Maßnahme hat sich in der Praxis gut bewährt. Eine i.v.-Gabe erscheint bei diesen Zuständen obsolet."

ist falsch. Ich möchte darauf hinweisen, daß die intravenöse Gabe von Adrenalin beim Herz-Kreislaufstillstand (insbesondere bei anaphylaktischem Schock und bei Asystolie) nicht obsolet ist, sondern Mittel der Wahl! Die endotracheale Applikation von Adrenalin über einen Tubus stellt demgegenüber nur einen Notbehelf dar, bei dem die Resorption unsicherer (Applikationstechnik wichtig!) und verzögert ist; sie wird daher nur für den Fall empfohlen, daß kein i.v.-Zugang vorhanden oder möglich ist.

ARNTZ, H.-R.: Dtsch. med. Wschr. 118 (1993), 1289
SEFRIN/SCHUA: "Notfall-Taschenbuch", Urban & Schwarzenberg, 1994, Seite 220
SCHLANT, W. A.: "The Heart", 8th ed, McGraw-Hill, 1994, Seite 965

Dr. med. Dipl. Phys. J. P. MAUTNER (Arzt f. Innere Medizin)
D-74177 Bad Friedrichshall


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