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Ketoazidosegefahr unter Kunstinsulin Lispro (HUMALOG): Das Insulinanalog Lispro (HUMALOG, a-t 6 [1996], 57) senkt den Blutzucker unmittelbar nach einer Mahlzeit stärker als Humaninsulin (HUMINSULIN u.a.), wirkt aber kürzer. In einer Untersuchung mit zehn insulinpflichtigen Diabetikern steigt der Blutzucker unter Lispro drei Stunden nach dem Essen rascher wieder an und liegt sieben Stunden postprandial höher als unter Humaninsulin. Als Ausdruck einer beginnenden ketoazidotischen Reaktion nimmt mit nachlassender Insulin-Wirkung vier Stunden nach Lispro-Injektion auch die Beta-Hydroxybuttersäure beträchtlich zu. Unter Humaninsulin wird die Stoffwechselentgleisung nicht beobachtet. Die Studie unterstreicht die Notwendigkeit, Wirklücken bei Verwendung von Lispro ausreichend mit Verzögerungsinsulin zu decken. Zwei Injektionen pro Tag genügen wahrscheinlich nicht. Für ein Dosierungsschema, wie es die Autoren vorschlagen – Verzögerungsinsulin zur Nacht und gemischt mit Lispro dreimal täglich zu den Mahlzeiten – fehlen Langzeitstudien (TORLONE, E. et al.: Diabetes Care 19 [1996], 945). Bricht eine kontinuierliche subkutane Insulin-Infusion mittels Pumpe beispielsweise wegen Verstopfung des Katheters ab, treten Hyperglykämie und Ketoazidose unter Lispro durchschnittlich zwei Stunden eher auf als unter Humaninsulin (4 1/4 Std. vs. 6 1/2 Std.; PEIN, M. et al.: Diabetologia 39, Suppl. 1 [1996], A-223). Bei dem geringen Volumen des hochkonzentrierten U-100-Lispro-Insulins entsteht dann der zur Gerätealarmierung erforderliche Systemdruck erst nach acht Stunden. Weniger konzentriertes U-40-Insulin löst den Alarm bereits nach drei Stunden aus, –Red.


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