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Im Blickpunkt

Hirntumoren durch Süßstoff Aspartam (CANDEREL)? In Industrienationen wie Deutschland, England und den USA nehmen seit den 70er Jahren Hirntumoren zu. In den USA verdreifachte sich die Zahl von Astrozytomen, Gliomen, Ependymomen und primitiven neuroektodermalen Tumoren (s. Abbildung) auf neun pro Million Einwohner zu Beginn der 90er Jahre. Ein erster Anstieg von Hirntumoren in den 70er Jahren lässt sich durch verbesserte Diagnostik (Computertomographie) erklären, die drastische Zunahme bösartiger Tumoren wie Glioblastome seit den 80er Jahren jedoch nicht. Der zu Beginn der 80er Jahre eingeführte Süßstoff Aspartam (CANDEREL) wurde zehn Jahre später erstmals als Auslöser verdächtigt. Nach einer US-amerikanischen Studie spricht mehr für den Zuckerersatz als Ursache als für Umweltfaktoren wie ionisierende Strahlung, Pestizide, Industriechemikalien oder elektromagnetische Felder. Bereits im Tierversuch fiel Aspartam auf: Unter Fütterung mit dem Süßstoff entwickeln 12 (4%) von 320 Ratten dosisabhängig maligne Hirntumoren (überwiegend Gliome), jedoch keines der Kontrolltiere. Trotz dieser vor der Marktfreigabe erhobenen Befunde und der Bedenken unabhängiger Experten hielt die amerikanische Behörde FDA keine weiteren Studien für erforderlich. Inzwischen ist bekannt, daß nitrosiertes Aspartam das Erbgut schädigt. Aspartam erfüllt somit drei wesentliche Kriterien, die auf ein Potential als menschliches Karzinogen deuten: Mutagenität in vitro, Tumorigenität im Tierversuch sowie Anstieg desselben Tumortyps beim Menschen (OLNEY, J. W. et al.: J. Neuropathol. Exp. Neurol. 55 [1996], 1115). Bis weitere Daten zum kanzerogenen Potential vorliegen, empfiehlt es sich aus Gründen des vorbeugenden Verbraucherschutzes, auf Aspartam-gesüßte Produkte (z.B. COLA LIGHT), deren Langzeitverträglichkeit nach wie vor "klärungsbedürftig" (a-t 10 [1983], 91) ist, zu verzichten, -Red.


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