Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
arznei-telegramm® - von Ärzten und Apothekern für Ärzte und Apotheker. Unabhängig informiert ohne Einfluss der Pharmaindustrie.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 1997; Nr. 4: 45-6nächster Artikel
Kurz und bündig

Regelmäßige Mammographie für Frauen ab 40? Regelmäßige Mammographien helfen, die Brustkrebssterblichkeit von Frauen zwischen 50 und 69 Jahren innerhalb von fünf Jahren um ein Drittel zu senken. Umstritten ist die Vorsorge für jüngere Frauen ab 40. Eine Konsensus-Konferenz der US-amerikanischen Gesundheitsinstitute (NIH) entfacht die Kontroverse neu: Bei zwei nachträglichen Gegenstimmen erachtet die Mehrheit des Gremiums die verfügbaren Daten als unzureichend, eine generelle Empfehlung zu begründen. In den ersten sieben Jahren lässt sich die Brustkrebssterblichkeit in dieser Altersgruppe durch regelmäßiges Screening nicht senken. Auch nach 10 bis 15 Jahren zeichnet sich bei Einbeziehung aller randomisierter Studien nur ein Trend zur Reduktion um 15% ab. Um das Leben einer Frau zu verlängern, müssten etwa 2.500 regelmäßig geröntgt werden - zehnmal mehr als bei über 50jährigen. Möglicherweise werden bei einem Screeningintervall von zwei Jahren oder länger, wie es in einigen Studien vorgegeben war, die bei jungen Frauen häufigeren schnell wachsenden Tumoren nicht rechtzeitig erfasst. Ein Beleg für den Vorteil kürzerer Abstände steht aber aus. Bei jüngeren Frauen fällt die Mammographie häufiger falsch negativ oder falsch positiv aus. Bis zu ein Viertel der Karzinome bleibt beim Screening in dieser Altersgruppe unentdeckt, im Vergleich zu einem Zehntel bei Älteren. Ob die verbesserte radiologische Technik heute zuverlässigere Ergebnisse bringt, könnte eine seit 1991 laufende britische Studie klären. Hinreichende Daten zum Krebsrisiko durch die Strahlenbelastung mit den heutigen Niedrigdosen, besonders auch bei Frauen mit genetischer Disposition für Brustkrebs, fehlen. Nach Einschätzung des Expertengremiums liegt es zwischen einem Vielfachen von 1 : 10.000 und 0 (National Institutes of Health: Consensus Development Statement, Jan. 21-23, 1997*; ati d). In Deutschland gehört die Mammographie nicht zum Standardprogramm der Krebsfrüherkennung. Bezahlt werden beispielsweise Untersuchungen, die einen auffälligen Tastbefund abklären sollen, -Red.

*  http://odp.od.nih.gov/consensus/statements/cdc/103/103_stmt.html


© 1997 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 1997; Nr. 4: 45-6nächster Artikel