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FSH-PRÄPARATE VERUNREINIGT

Arzneimittel mit follikelstimulierendem Hormon (FSH), das aus Urin von Frauen nach der Menopause gewonnen wird, sind zum Teil deutlich verunreinigt. In einer Reihenuntersuchung des Zentrallaboratorium Deutscher Apotheker weist FERTINORM HP 75 den geringsten Gehalt an Fremdproteinen auf im Vergleich mit den übrigen FSH-Präparaten HUMEGON, HUMEGON BERAGENA (Import), MENOGON und PERGONAL. Diese enthalten einen hohen Anteil von Fremdeiweiß in unterschiedlicher Zusammensetzung. Am schlechtesten schneidet PERGONAL ab, bei dem sich alle exemplarisch getesteten Proteine (z.B. Urokinase) nachweisen lassen. Systematische Untersuchungen zur Relevanz der einzelnen Verunreinigungen fehlen. Grundsätzlich gilt ein geringerer Anteil an Fremdeiweiß als günstiger zur Vermeidung von Immunreaktionen.

Die Testung auf Pyrogene und anomale Toxizität ergibt keinen Grund zur Beanstandung.

SCHUG, B. et al.: Pharm. Ztg. 142 (1997), 1570

Die größere Reinheit lässt sich der Hersteller teuer bezahlen: Für FERTINORM HP sind mit 670 DM pro 10 Ampullen zu 75 IE rund 60% mehr aufzuwenden als für MENOGON (399 DM), HUMEGON (417 DM) und PERGONAL (418 DM) und gar 80% mehr als für den Import HUMEGON BERAGENA (374 DM). Das nicht getestete, kürzlich eingeführte gentechnisch hergestellte GONAL F 75 verteuert die Behandlung gegenüber FERTINORM nochmals um 40%:


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