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Welche Nadellänge für intramuskuläre Injektionen in den Oberarm? Werden intramuskulär (i.m.) anzuwendende Arzneimittel versehentlich ins Fettgewebe gespritzt, drohen Wirkverlust und örtliche Störwirkungen. Abgeleitet aus Ultraschallmessungen des Muskel- Fett-Verhältnisses am äußeren Oberarm von 220 gesunden Männern und Frauen im Alter zwischen 18 und 60 Jahren ergeben sich mit Hilfe des Körpergewichts Empfehlungen für die i.m.-Injektion in den Deltoid-Muskel: Bei Männern reicht eine 25-mm-Kanüle unabhängig vom Körpergewicht (geprüft wurden 58 kg bis 118 kg) in der Regel aus, um mindestens 5 mm tief in den Muskel zu gelangen, ebenso bei Frauen, die zwischen 60 kg und 90 kg wiegen. Für über 90 kg schwere Frauen werden mindestens 38 mm Nadellänge benötigt. Bei einem Körpergewicht unter 60 kg reichen 16 mm. Für Personen im Rentenalter ist die Untersuchung nicht repräsentativ, da der Deltoid-Muskel im Alter atrophiert und die Fettschicht zunimmt. Versehentliche subkutane Injektionen gelten als eine Ursache von Impfversagen (vgl. a-t 1 [1994], 13), sind zumeist schmerzhafter als die i.m.-Anwendung und können Abszesse und Granulome begünstigen (POLAND, G. A. et al.: J. Am. Med. Ass. 277 [1997], 1709). Hersteller von Impfstoffen in Fertig- und Einmalspritzen sowie Spritzampullen legen häufig nur 16 mm lange Kanülen bei, beispielsweise Mérieux-Pasteur für MUTAGRIP und VAQTA, -Red.


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