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Insulin lispro (HUMALOG) fruchtschädigend?

Australische Kollegen berichten über zwei Frauen mit gut eingestelltem Typ-1-Diabetes (HBA1C unter 7%), die während der Schwangerschaft das Insulinanalog lispro (HUMALOG) anwenden. Wegen Verdachts auf Embryopathie wird die Schwangerschaft bei einer der beiden in der 20. Woche abgebrochen. Der weibliche Fet weist schwere Missbildungen des Herzens und der großen Gefäße, Polysplenie und Situs inversus der Bauchorgane auf. Das Kind der anderen Frau, die außerdem L-Thyroxin (EUTHYROX u.a.), Oxprenolol (TRASICOR) und Hydralazin (HYDRALYN [USA]) eingenommen hat, kommt mit Zwerchfellhernie und Hodenhochstand zur Welt. Es stirbt drei Wochen nach der Geburt. Nach Auskunft des Herstellers hat von 19 lebend geborenen Kindern, deren Mütter an klinischen Prüfungen mit dem Insulinanalog teilgenommen haben, eines eine dysplastische Niere. Frauen mit gut eingestelltem Diabetes haben kein höheres Risiko, missgebildete Kinder zur Welt zu bringen, als gesunde Frauen. Aus Tierversuchen soll es bislang keine Hinweise auf fetale Schädigungen durch Lispro geben. Es lässt sich jedoch nicht ausschließen, dass das Kunstinsulin beim Menschen teratogen wirkt (DIAMOND, T., N. KORMAS: N. Engl. J. Med. 337 [1997], 1009/ ati d). Beim derzeitigen Kenntnisstand halten wir die Anwendung von Lispro in der Schwangerschaft für kontraindiziert. Bei Verdacht auf teratogene Effekte des Insulinanalogs bitten wir um Bericht an das NETZWERK, -Red.


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