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Diabetes-Mittel Troglitazon (REZULIN) gestoppt: Seit Wochen wirbt Glaxo Wellcome, ohne Namen zu nennen, für eine Therapie bei Typ II Diabetes, "die das Problem im Kern packt" (z.B. Ärzte Ztg. vom 25. Nov. 1997). Gemeint ist die japanische Entwicklung Troglitazon (REZULIN, ROMOZIN), die die Insulinresistenz verringern soll. Nach Japan, den USA und Großbritannien sollte Troglitazon in Kürze auch in Deutschland eingeführt werden. Jetzt zieht die Glaxo Wellcome GmbH, die das Mittel in Europa vermarktet, die Notbremse: Sie ruft Troglitazon zwei Monate nach Einführung in Großbritannien vom Markt und zieht die europäische Zulassung zurück. Auslöser sind 40 Berichte über Leberschäden, davon 35 aus den USA (bislang 500.000 Patienten) und 5 aus Japan (bislang 150.000 Patienten). Die auch nach kurzfristiger Einnahme aufgetretenen Komplikationen reichen von Anstiegen der Leberenzyme bis zu akutem Leberversagen mit Notwendigkeit der Lebertransplantation bzw. Todesfolge (Parke-Davis [USA]: Schreiben vom 28. Okt. 1997; Scrip 2282 [1997], 21; Glaxo Wellcome: Schreiben vom 1. Dez. 1997). Wieder wird ein Arzneimittel zurückgezogen, von dem auf der Basis beschränkter klinischer Daten behauptet wurde, dass unerwünschte Wirkungen "nicht häufiger gesehen" werden "als unter Plazebogabe" (Dtsch. med. Wschr. 122: 47 [1997], A27/ati d).


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