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Kurz und bündig

Wie riskant sind Zahnextraktionen unter Antikoagulation? Dies soll eine systematische Auswertung zahnchirurgischer Berichte beantworten. Fast 800 Patienten haben orale Antikoagulantien trotz eines zahnchirurgischen Eingriffs weiter eingenommen, 500 deshalb abgesetzt. Patienten, die ersatzweise Heparin erhalten, sind von der Auswertung ausgeschlossen. 12 (1,6%) der antikoagulierten Patienten (Zielwerte beispielsweise nicht über INR* 4) entwickeln Blutungen, die mehr als lokale Maßnahmen erforderlich machen (Vitamin K [KONAKION u.a.], Blutkonserven, gefrorenes Frischplasma etc.). Nach Absetzen der oralen Antikoagulation erleiden fünf (1%) schwere embolische Komplikationen (vier davon tödlich). Dabei muss nicht notwendigerweise ein direkter Zusammenhang zwischen dem Ereignis und dem Absetzen des oralen Antikoagulans bestehen. Da das Thromboembolierisiko das Blutungsrisiko jedoch erheblich an Schwere übertrifft, plädiert der Autor dafür, eine bestehende orale Antikoagulation bei zahnchirurgischen Eingriffen beizubehalten (WAHL, M. J.: Arch. Intern. Med. 158 [1998], 1610).

*

INR (International Normalized Ratio) 3-4,5 entspricht etwa Quick von 15% bis 25% - von Labor und Reagenz abhängig (a-t 7 [1993], 68)


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