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Pethidin (DOLANTIN) bei Kolikschmerz? In deutschen und amerikanischen internistischen Standardwerken wird dem Analgetikum Pethidin (DOLANTIN) bei Kolik- und Pankreatitisschmerz eine Sonderstellung gegenüber anderen Opioiden eingeräumt, da es geringer spasmogen wirken soll. Wissenschaftlich belegt ist dies jedoch nicht (LEE, F., D. CUNDIFF: Arch. Intern. Med. 158 [1998], 2399). Die Datenlage spricht eher für gegenteilige Effekte. In äquianalgetischer Dosis erhöht Pethidin die Druckwerte im Gallengang stärker als Morphin (MST u.a.; RADNAY, P. A. et al.: Anaesthesist 29 [1980], 26). Allerdings soll intravenös injiziertes Morphin häufiger Kontraktionen des Sphincter Oddi auslösen (THUNE, A. et al.: Brit. J. Surg. 77 (1990(, 992). Im direkten Vergleich ist das nichtsteroidale Antirheumatikum Diclofenac (VOLTAREN u.a.) Pethidin bei Patienten mit Nieren- sowie Gallensteinkoliken in Hinblick auf Schmerzlinderung und Verträglichkeit überlegen (a-t 4 [1986], 30). In einer weiteren kontrollierten Studie bei Patienten mit Ureterkoliken lindert Hydromorphon (DILAUDID) Schmerzen besser als Pethidin (JASANI, N. B. et al.: Acad. Emerg. Med. 1 [1994], 539). Dies spricht dafür, auch bei diesen Indikationen Morphin beziehungsweise Diclofenac zu verwenden, -Red.


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