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Parästhesien nach ACE-Hemmer Perindopril (COVERSUM): Ein 67-jähriger Mann sucht wegen Kribbel-Parästhesien den Rat eines Neurologen. Die Missempfindungen haben an Vorfußballen und Zehen beider Füße begonnen und sich innerhalb von zwei Jahren bis zu den Knien ausgebreitet. Elektrophysiologische Untersuchungen ergeben normale Befunde. Da außer einer möglicherweise beginnenden Polyneuropathie keine andere Ursache gefunden werden kann, fällt der Verdacht auf den ACE-Hemmer Perindopril (COVERSUM), den der Patient als einziges Medikament gegen Bluthochdruck einnimmt (NETZWERK-Bericht 9847). Dem Hersteller liegen einzelne Meldungen zu Parästhesien bzw. Neuropathien vor (Servier: Schreiben vom 16. Febr. 1999). Parästhesien sind unter einigen ACE-Hemmern häufig beschrieben. Bis zu 2% der Captopril (LOPIRIN u.a.)-Anwender sind betroffen. Im NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION dokumentieren wir Berichte zu Captopril (2839), Enalapril (XANEF u.a.; 6146), Lisinopril (ACERBON u.a.; 8909), Quinapril (ACCUPRO; 6008) und Perindopril (9847). Periphere Neuropathien mit verlangsamter Nervenleitungsgeschwindigkeit unter Captopril und Enalapril (PRES, XANEF) bessern sich in Einzelbeobachtungen innerhalb mehrerer Monate nach Absetzen (SAMANTA, A., A.C. BURDEN: Brit. Med. J. 291 [1985], 1172; HORMIGO, A., M. ALVES: Brit. Med. J. 305 [1992], 1332). Treten unter ACE-Hemmern Parästhesien auf, sollte die Therapie auf ein anderes Wirkprinzip umgestellt werden, um den Patienten von den quälenden Missempfindungen zu befreien.


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