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Korrespondenz

STELLENWERT VON TICLOPIDIN (TIKLYD U.A.)

Vielen Dank für die klaren Worte zu ASS (ASPIRIN u.a.) und Clopidogrel (ISCOVER, PLAVIX) in a-t 5 (1999), 53. Gilt das gleiche auch für Ticlopidin (TIKLYD u.a.)?

P. THOEMMES (Prakt. Arzt)
D-23552 Lübeck

Den Clopidogrel (ISCOVER u.a.)-Vorläufer Ticlopidin (TIKLYD u.a.) erachten wir als überholt. Er bietet keine therapeutischen Vorteile gegenüber Azetylsalizylsäure (ASS; ASPIRIN u.a.) und dem Reservemittel Clopidogrel. Die Anwendung ist aber bei 2 von 100 Patienten durch Neutropenien mit weniger als 1.200 Neutrophilen/µl belastet, die nicht selten in aplastische Syndrome übergehen. Mit TIKLYD (151 DM/Monat) lassen sich gegenüber Clopidogrel (168 DM/ Monat) zehn Prozent der Kosten einsparen. Dieser Vorteil erscheint uns angesichts der gehäuften schweren Komplikationen vernachlässigbar. Auch der jetzt eingeleitete Preisrückgang durch Ticlopidin-Nachfolgeprodukte wie DESITIC (113 DM/Monat) kann die Sicherheitsbedenken unseres Erachtens nicht beiseite schieben.

Eine (nicht zugelassene!) Nischenindikation könnte vorerst bleiben: Die kurzfristige Verschlussprophylaxe nach Stent-Implantation. Die Kombination von Ticlopidin mit ASS wirkt hier besser als ASS allein oder ASS plus orale Antikoagulation. Bei Anwendung bis zu vier Wochen schätzen zwei unserer Berater das Agranulozytoserisiko als vertretbar ein. Ob Clopidogrel auch bei dieser Indikation gleich effektiv und besser verträglich ist, wird nach Veröffentlichung der CLASSICS*-Studie zu beurteilen sein, -Red.

*  CLopidogrel ASpirin Stent Interventional Cooperative Study


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