Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
arznei-telegramm® - von Ärzten und Apothekern für Ärzte und Apotheker. Unabhängig informiert ohne Einfluss der Pharmaindustrie.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikelblitz-a-t 20.03.2000nächster Artikel
blitz-a-t
erneut: hochdosis-chemotherapie bei metastasiertem brustkrebs ohne nutzen
ERNEUT: HOCHDOSIS-CHEMOTHERAPIE BEI METASTASIERTEM BRUSTKREBS OHNE NUTZEN

Die bisher einzigen positiven Daten aus klinischen Studien zu Gunsten der Hochdosis-Chemotherapie (HDCT) mit autologer Stammzelltransplantation bei metastasiertem Brustkrebs lassen sich nicht mehr aufrecht erhalten, da sie gefälscht sind (a-t 2000; 31: 29). Wegen der Brisanz des Themas wird eine weitere Studie, die am 13. April im New England Journal of Medicine erscheinen wird und wie die übrigen Untersuchungen für die HDCT negativ ausfällt, vorab im Internet zugänglich gemacht.

In der randomisierten Studie bringt HDCT plus autologer Stammzelltransplantation keinen Vorteil gegenüber konventionell dosierter Chemotherapie. In der Intention-to-treat-Analyse besteht kein signifikanter Unterschied in der Drei-Jahres-Ueberlebensrate (32% von 101 HDCT-Patientinnen und 38% von 83 Frauen unter konventionellem Regime). Die Zeit bis zum Fortschreiten der Erkrankung ist gleich (1).

In der behandlungsbedingten Mortalität (Tod innerhalb von 100 Tagen nach Beginn der Therapie) unterscheiden sich beide Gruppen nicht. Jedoch sind unter HDCT schwerwiegende Schadwirkungen einschliesslich Blutschäden, Infektion, Diarrhö und Erbrechen beträchtlich häufiger als unter konventionell dosierter Chemotherapie (KvCT):

 HDCTKvCT

Leukopenie96%52%
Thrombopenie95%5%
Anämie69%6%
Infektion31%3%
Durchfall25%1%
Leberkomplikationen9%1%
Erbrechen8%1%
Herzkomplikationen8%0%
Lungenkomplikationen7%1%
neurologische Komplikationen6%0%
Mukositis5%2%

"Wir sollten nunmehr akzeptieren, dass diese Form der Behandlung (HDCT, Red.) sich mit einem hinreichenden Grad an Wahrscheinlichkeit bei Frauen mit metastasiertem Brustkrebs als unwirksam erwiesen hat und diese zu Gunsten gut begründeter alternativer Methoden verlassen" - so das Fazit des begleitenden Editorials (2).

(1) STADTMAUER, E.A. et al.: N. Engl. J. Med. 13. April 2000
(2) LIPPMAN, M.E.: N. Engl. J. Med. 13. April 2000

 
© Redaktion arznei-telegramm
blitz-a-t 20. März 2000

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikelblitz-a-t 20.03.2000nächster Artikel