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INTRAARTIKULÄRES GLUKOKORTIKOID RIMEXOLON (RIMEXEL)

Seit September wird das Glukokortikoid Rimexolon (RIMEXEL) zur intraartikulären Injektion bei rheumatoider Arthritis oder entzündlich aktivierter Arthrose angeboten. Laut Fachinformation soll die Absorption der mikrokristallinen Suspension aus dem Gelenk bis zu vier Monate dauern. Die Eliminationshalbwertszeit von gelöstem Rimexolon aus dem Blut wird mit einer Stunde angegeben.1 Dies entspricht in etwa Prednisolon.

Es mangelt jedoch an publizierten klinischen Daten. In einer 13 Jahre alten Studie mit 137 Patienten wirken 40 mg Rimexolon bis zum Tag 56 besser als Plazebo.2 Vergleichsstudien mit herkömmlichen intraartikulären Glukokortikoiden wie Triamcinolonhexacetonid (LEDERLON) fehlen.

Mit den für intraartikuläre Glukokortikoide bekannten lokalen (z.B. Gelenkinfektionen) und systemischen Störwirkungen ist zu rechnen. Belege für bessere systemische Verträglichkeit finden wir nicht.

Rimexolon wird nur in einer Durchstechflasche mit 40 mg angeboten. Für ein großes Gelenk (Knie, Hüfte) entsprechen die Kosten mit 23 DM denen von Triamcinolonhexacetonid (LEDERLON 20 mg, 22 DM). Werden für ein kleineres Gelenk nur 10 mg benötigt, ist Triamcinolonhexacetonid (5 mg, 10 DM) zum halben Preis erhältlich.

FAZIT: Das intraartikuläre Glukokortikoid Rimexolon (RIMEXEL) wird mit spärlicher Nutzendokumentation eingeführt. Vergleichsstudien, die einen Wirkvorteil gegenüber herkömmlichen Glukokortikoiden oder ein geringeres Risiko lokaler oder systemischer Effekte belegen, finden wir nicht. Das Mittel erscheint uns daher verzichtbar. Pseudoinnovation.

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