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Impotent durch Protonenpumpenhemmer? Ein 40-jähriger Kaufmann mit Refluxösophagitis klagt nach mehrmonatiger Einnahme von Omeprazol (ANTRA MUPS u.a.) über Libidoverlust und Impotenz (NETZWERK-Bericht 11.159). Der Wechsel auf Pantoprazol (PANTOZOL, RIFUN) bringt keine Besserung (11.160). Bei einem 45-Jährigen tritt eine während der Einnahme von Lansoprazol (AGOPTON) bestehende erektile Dysfunktion nach Absetzen nicht wieder auf (9.582). In unserem NETZWERK haben wir bislang fünf Berichte über Potenzstörungen in Verbindung mit der Einnahme von Protonenpumpenhemmern erfasst. Bereits 1992 wurde auf Grund von 15 Verdachtsberichten an die Weltgesundheitsorganisation die Vermutung geäußert, dass Omeprazol diese dem Arzt häufig nicht mitgeteilte Störwirkung auslösen kann (LINQUIST, M., EDWARDS, I.R.: BMJ 1992; 305: 451-2). Ein ähnlicher Wirkmechanismus wie bei der für Omeprazol bekannten Gynäkomastie (a-t 1998; Nr. 3: 31-3) ist denkbar. Die Gebrauchsinformationen variieren von Land zu Land: Während US-amerikanische Gebrauchsinformationen für Lansoprazol (AGOPTON, LANZOR), Pantoprazol (PANTOZOL, RIFUN) sowie Rabeprazol (PARIET) und britische für Lansoprazol und Omeprazol Impotenz als unerwünschte Wirkung angeben, gelten in Deutschland, Österreich und der Schweiz lediglich Anwender von Lansoprazol als in dieser Hinsicht gefährdet.

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