Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
arznei-telegramm® kennenlernen! Digital, print oder kombiniert.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 2003; 34: 16 
Nebenwirkungen

SCHWEDEN: ANTIDEPRESSIVUM NEFAZODON (NEFADAR) VOM MARKT Bristol-Myers Squibb hat soeben das Antidepressivum Nefazodon (NEFADAR) in Schweden vom Markt genommen. Das Produkt wird nur noch für den namentlichen Bezug bereitgestellt. Zuvor hatte die schwedische Arzneimittelbehörde nach Abwägen von Nutzen und Schaden des Antidepressivums obligatorische Kontrollen der Leberenzyme bei allen Patienten gefordert, die Nefazodon einnehmen.1

Das Schädigungspotenzial von Nefazodon scheint beträchtlich zu sein. 1998 warnten wir: "Transaminasenerhöhungen bis über 3.000 U/l sowie Hepatitis betreffen bis zu 1% der Anwender und können lebensbedrohliche Ausmaße annehmen" (a-t 1998; Nr. 12: 116). Transplantation kann erforderlich werden. Tödliche Verläufe sind beschrieben.2 1999 stellte Bristol-Myers Squibb in Deutschland die Bewerbung von NEFADAR ein.3 In den USA musste die Firma 2002 vor lebensbedrohlichem Leberversagen unter Einnahme von Nefazodon warnen.4 Auch in Kanada wurden entsprechende Warnbriefe verschickt.5 Eine Marktrücknahme ist auch in Dänemark, Finnland, Holland, Norwegen und Spanien in Diskussion.1 Die Firma Hormosan-Kwizda, hierzulande mit Bristol-Myers Squibb (Zulassungsinhaber) Vertreiber von NEFADAR, teilt uns mit, dass "eine Marktrücknahme in Deutschland ... aus gegenwärtiger Sicht weder vorgesehen noch angezeigt" sei.6

Angesichts des Mangels an aussagefähigen Studien zum Nutzen, der bedrohlichen Leberschäden und der Marktrücknahme in Schweden erscheint uns auch hierzulande die Marktrücknahme des Antidepressivums Nefazodon (NEFADAR) erforderlich.


© 2003 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 2003; 34: 16