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Korrespondenz

CHLORTALIDON (HYGROTON) ODER HYDROCHLOROTHIAZID (ESIDRIX U.A.)?

In unserem Versorgungsbereich wird als Thiaziddiuretikum Hydrochlorothiazid (HCT) ausgegeben. Kann man nun ohne Weiteres die Ergebnisse von Chlortalidon (a-t 2003; 34: 1-2) auf HCT übertragen?

J. HOLSTEN (Apotheker, ZKH St.-Jürgen-Str.)
D-28205 Bremen
Interessenkonflikt: keiner

Betrachtet man die Ergebnisse der ALLHAT*-Studie1 zusammen mit den bisherigen Langzeitstudien zur antihypertensiven Therapie, dann ergibt sich insgesamt die beste Nutzendokumentation für Chlortalidon (HYGROTON) und Thiaziddiuretika. In Studien mit niedrig dosierten Diuretika, die nach einer Metaanalyse hinsichtlich des Schutzes vor den Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks besser abschneiden als Diuretika in hoher Dosierung (z.B. initial 50 mg Hydrochlorothiazid [ESIDRIX u.a.]),2 wurden hauptsächlich Chlortalidon und Hydrochlorothiazid geprüft. Aus unserer Sicht sind daher neben Chlortalidon Thiaziddiuretika, und hier in erster Linie Hydrochlorothiazid - jeweils in niedriger Dosierung - Mittel der ersten Wahl bei Hypertonie.

In der ALLHAT- und der SHEP*-Studie3 mit Chlortalidon beträgt die Startdosis 12,5 mg pro Tag, bei unzureichender Wirksamkeit wird auf eine Tagesdosis von 25 mg verdoppelt. Für diese Low-dose-Strategie mit initial 12,5 mg liegen zu Hydrochlorothiazid keine Studien mit klinischen Endpunkten vor. Das in entsprechenden Langzeitstudien mit Hydrochlorothiazid geprüfte Low-dose-Schema sieht immer eine Startdosis von 25 mg pro Tag vor.4-10 Wegen des starken Ansprechens auf die blutdrucksenkende und diuretische Wirksamkeit insbesondere bei alten Menschen scheint uns dennoch auch bei Hydrochlorothiazid eine initiale Tagesdosis von 12,5 mg empfehlenswert, -Red.

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SHEP = Systolic Hypertension inthe Elderly Program

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