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Anaphylaktischer Schock während Hyposensibilisierung bei Asthma: Ein elfjähriger Junge mit Asthma und Allergie gegen Frühblüher und Gräserpollen beginnt im September mit einer Hyposensibilisierung. Nach dreimonatiger Behandlung mit wöchentlich steigenden Dosierungen juckt es erstmalig an der Injektionsstelle. Bei einer der nächsten Injektionen reagiert der Junge mit Pruritus am ganzen Körper, Augenlidschwellung, einmaligem Erbrechen und leicht pfeifender Atmung. Nach Rücksprache mit der Universitätsklinik wird die Dosis halbiert und - nachdem keine Lokalreaktionen mehr auftreten - wieder sukzessive unter Vormedikation mit Cetirizin (ZYRTEC u.a.) gesteigert. Dabei treten gelegentlich Schwellungen am Injektionsort auf. Nach insgesamt siebenmonatiger Behandlung ist die Höchstdosis erreicht. Zwei Monate später reagiert das Kind wenige Minuten nach der Applikation mit generalisiertem Juckreiz, kaltschweißiger Haut, Schwellung der Augenlider, Atemnot und Blutdruckabfall. Unter Schocklagerung, Inhalation von Betasympathomimetika und Prednisolon i.v. erholt sich der Junge innerhalb mehrerer Stunden (NETZWERK-Bericht 14.134). Das Ereignis unterstreicht das Risiko einer Hyposensibilisierung insbesondere für Asthmapatienten. Mit schweren Überempfindlichkeitsreaktionen muss zu jedem Zeitpunkt der Behandlung gerechnet werden. Der klinische Nutzen bei Asthma ist dagegen strittig (a-t 2006; 37: 63-5).

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