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Hyperkaliämie unter Aliskiren (RASILEZ) plus Enalapril (XANEF, Generika)

Eine 72-jährige Rentnerin mit Diabetes mellitus und chronischer Niereninsuffizienz im Stadium III nimmt gegen Hypertonie zusätzlich zur Dauermedikation mit dem ACE-Hemmer Enalapril (XANEF, Generika) und dem Thiaziddiuretikum Hydrochlorothiazid (ESIDRIX u.a.) den Reninhemmer Aliskiren (RASILEZ; a-t 2007; 38: 81-2) ein. Nach fünfwöchiger einschleichender Behandlung entwickelt sich eine Bradykardie (38 Schläge pro Minute) mit Palpitationen und Schwindel. Bei Klinikaufnahme bestehen eine Hyperkaliämie von 6,0 mmol/l und ein erhöhter Kreatininspiegel von 2 mg/dl. Der Blutdruck beträgt 200/70 mmHg. Aliskiren und Enalapril werden abgesetzt. Unter dem Kationenaustauscher Polystyrolsulfonat (RESONIUM u.a.), Infusion von Kochsalzlösung und Furosemid (LASIX, Generika) normalisieren sich Kaliumspiegel und Herzfrequenz, die Nierenfunktion bessert sich (NETZWERK-Bericht 15.723). Vor Hyperkaliämie bei Einnahme von Aliskiren zusammen mit anderen das Renin-Angiotensin-System hemmenden Arzneimitteln, bei eingeschränkter Nierenfunktion oder bei Diabetes mellitus wird in der Fachinformation von Aliskiren gewarnt (Novartis Pharma: Fachinformation RASILEZ, Stand Juni 2010). Gegenüber einer Monotherapie mit Aliskiren oder Ramipril (DELIX u.a.) verdoppelt die Kombination bei Diabetikern das Risiko für klinisch relevante Hyperkaliämie (> 5,5 mmol/l: 2,2% bzw. 2,6% versus 5,5%; URESIN, Y. et al.: J. Renin Angiotensin Aldosterone Syst. 2007; 8: 190-8). Langzeitstudien, die einen Nutzen von Aliskiren allein oder in Kombination in Bezug auf kardiovaskuläre Morbidität oder Mortalität belegen, fehlen, –Red.

© 2011 arznei-telegramm, publiziert am 14. Januar 2011

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