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Nebenwirkungen

UPDATE: THROMBOEMBOLIEN UNTER NICHT-ORALEN HORMONELLEN KONTRAZEPTIVA
… intravaginaler Ring und Hormonpflaster

Im Januar 2012 berichteten wir über eine unter Mitwirkung der US-amerikanischen Arzneimittelbehörde FDA durchgeführte Kohortenstudie,1 in der ein erhöhtes Risiko venöser Thromboembolien (VTE) für das Hormonpflaster EVRA (Ethinylestradiol [EE] + Norelgestromin) und den Vaginalring NUVARING/CIRCLET (EE + Etonogestrel) errechnet wird. Für das Pflaster stützten die Daten Hinweise aus früheren Studien. Zum Vaginalring gab es zuvor keine entsprechenden Daten ( a-t 2012; 43: 15-6). Eine dänische Kohortenstudie2 bestätigt jetzt die Sicherheitsbedenken: In die Auswertung gehen alle nicht schwangeren Däninnen zwischen 15 und 49 Jahren ohne kardiovaskuläre oder maligne Vorerkrankungen ein. Gegenüber kombinierten oralen Kontrazeptiva mit dem Gestagen Levonorgestrel (MICROGYNON u.a.; 231.675 Frauenjahre, 144 VTE) verdoppeln sowohl das transdermale als auch das intravaginale Verhütungsmittel das VTE-Risiko (Hormonpflaster: Rate Ratio [RR] 2,31; 95% Konfidenzintervall [CI] 1,02-5,23; Vaginalring: RR 1,90; 95% CI 1,33-2,71). Allerdings wird in Dänemark vor allem das Pflaster vergleichsweise selten angewendet, sodass die Studie nur 6.178 Frauenjahre und darunter sechs bestätigte Ereignisse erfasst (Vaginalring: 50.334 Frauenjahre, 39 VTE).2 Es sind aber die ersten Daten zum VTE-Risiko des europäischen Hormonpflasters, das 20% weniger Östrogen im Depot enthält als das in früheren Untersuchungen verwendete US-amerikanische Produkt. Da beide bioäquivalent sind, hielten wir die Sicherheitsbedenken jedoch ohnehin für übertragbar. Unter den kombinierten hormonellen Kontrazeptiva sind gut erprobte Zweitgenerationspillen mit Levonorgestrel Mittel der Wahl, –Red.

1 FDA: Combined Hormonal Contraceptives (CHCs) and the Risk of Cardiovascular Disease Endpoints; final report; online publ. am 27. Okt. 2011 http://www.fda.gov/downloads/Drugs/DrugSafety/UCM277384.pdf
2 LIDEGAARD, Ø. et al.: BMJ 2012; 344: e2990 (9 Seiten)

© 2012 arznei-telegramm, publiziert am 6. Juli 2012

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