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Korrespondenz

ENDOKARDITIS-PROPHYLAXE BESSER I.V.?

Bei unreflektierter Anwendung der in a-t 2 (1991), 19 genannten Ratschläge könnten sich Probleme ergeben:

  • Amoxicillin 2 g i.v. und Gentamicin 120 mg i.m. unmittelbar vor Einleitung der Narkose: Bei antikoagulierten Klappen-Patienten ist die i.m.- Applikation kontraindiziert (z. B. Patienten, bei denen nicht blutende diagnostische Eingriffe vorgenommen werden – warum nicht Gentamicin als Kurzinfusion?)



  • Amoxicillin per os 1 Stunde vor Anästhesie ist kontraindiziert wegen Aspirationsgefahr (3 g Amoxicillin sind gewöhnlich nur mit größeren Mengen Flüssigkeit einzunehmen). Vor elektiven Eingriffen in Allgemeinanästhesie ist nach wie vor die Nahrungs- und Flüssigkeitskarenz von 6 bzw. 4 Stunden einzuhalten – warum nicht Amoxicillin i.v., ein intravenöser Zugang wird üblicherweise vor jeder Anästhesie angelegt.

Dr. MERTENS (Arzt für Anästhesiologie)
W-5376 Nettersheim / Marmagen


Den Argumenten stimmen wir gerne zu. Unser Artikel referierte die englischen Empfehlungen, die auf anderen therapeutischen Anwendungsroutinen beruhen. Das gilt auch für die Erwähnung von Probenezid, das es bei uns nicht mehr gibt (–Red.).


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