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MALARIAMITTEL HALOFANTRIN (HALFAN)

Seit April 1991 bietet SmithKline Beecham auch in Deutschland das Malariamittel Halofantrin (HALFAN) an. Der anderen Malariamitteln strukturell nur entfernt verwandte Wirkstoff wirkt gegen Blutschizonten und ist ausschließlich zur Therapie aller Formen der akuten Malaria bei gesicherter Diagnose oder im Verdachtsfall (Stand-by-Medikation) zugelassen.

Die WHO empfiehlt Halofantrin alternativ zu Mefloquin (LARIAM) oder Chinin (CHININUM HYDROCHLORICUM) zur Mitnahme als Stand-by-Therapeutikum für Gegenden mit Chloroquinresistenzen und mittlerem bis hohem Malariarisiko (Zonen B und C, vgl. a-t 6 [1990], 53).

Die bisherigen klinischen Erfahrungen bei rund 2.500 Patienten1 sind bislang vergleichsweise gering. Die Wirksamkeit beträgt rund 95 %. Die therapeutische Dosis der eintägigen Behandlung mit 3 x 500 mg (3 x 2 Tabletten) im Abstand von je 6 Stunden muß eingehalten werden. Höhere Einzeldosen verschlechtern das Therapieergebnis. Dies wird auf die schlechte Wasserlöslichkeit des Wirkstoffs und der damit verbundenen besonders geringen Absorption bei Einnahme größerer Wirkstoffmengen zurückgeführt. Die Einnahme jeweils 2 Stunden nach einer fettreichen Mahlzeit erhöht die Wirkstoffaufnahme deutlich. Um Rückfälle auszuschließen, wird geraten, daß Patienten, die erstmals malariakrank sind, den eintägigen Behandlungszyklus nach einer Woche wiederholen. Dies soll sich bei zuvor bereits an Malaria Erkrankten wegen Teilimmunität erübrigen.

Störwirkungen umfassen Kopfschmerzen, Schwindel, Übelkeit, Abdominalschmerzen, Durchfall und Hautreaktionen.1 Wegen des ungenügenden Bewährungsgrades lassen sich Art und Häufigkeit unerwünschter Wirkungen nicht mit anderen Malariatherapeutika vergleichen. Kreuzresistenzen mit Mefloquin sind möglich. Daher wird zur zurückhaltenden Verwendung von Halofantrin bei gesicherter oder vermuteter mefloquinresistenter Malaria geraten.2

FAZIT: Halofantrin (HALFAN) erweitert die Möglichkeiten zur Therapie der Malaria (auch Stand-by-Behandlung). Mögliche Kreuzresistenzen mit Mefloquin werfen indes einen Schatten auf das Reservetherapeutikum mit noch geringem Erprobungsgrad. Ein Behandlungszyklus mit 3 x 2 Tabletten kostet 32,49 DM.

1

HALFAN Basisinformation, Druckzeichen 90/10/8

2

GAY, F. et al.: Lancet 336 (1990), 1262


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