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Fenoterol (BEROTEC)-Dosieraerosol richtig dosieren: Nach heutiger Kenntnis erscheint es ratsam, das Beta2-Sympathomimetikum Fenoterol (BEROTEC) zur Behandlung von Asthma niedriger als bisher angegeben zu dosieren (vgl. a-t 5 [1991], 45). Die Behandlung soll nach den Empfehlungen des britischen Committee on Safety of Medicines mit 3 x täglich 1 bis 2 Hüben der niedrig dosierten Zubereitung BEROTEC 100 begonnen werden (maximal 4 x 2 Hübe/Tag). Das doppelt so stark dosierte BEROTEC 200 dient als Reservemittel. Die übliche Dosis beträgt auch hier maximal 4 x 2 Hübe/Tag. Dosisregimes von Patienten, die schon längere Zeit Fenoterol verwenden, sind entsprechend anzupassen (Current Problems 31, Juni 1991). Die Umstellung auf das niedriger dosierte Aerosol ist zu erwägen. Abweichend von den britischen Einschränkungen läßt Boehringer Ingelheim hierzulande höhere Tagesdosen zu: "Eine Tagesdosis von 12 Aerosolstößen (zu 0,2 mg, Red.) bringt im allgemeinen keinen zusätzlichen therapeutischen Nutzen" (BEROTEC-200-Beipackzettel, Stand 5. April 1991). In einer kanadischen Fallkontrollstudie erhöhen sowohl Fenoterol- als auch Salbutamol (SULTANOL u.a.)-Dosieraerosole das Risiko lebensbedrohlicher und tödlicher Komplikationen, wenn sie oberhalb der empfohlenen Maximaldosen verwendet werden. Jedes zusätzliche ß-Agonisten-Dosieraerosol, das pro Monat verbraucht wird, verdoppelt in der retrospektiven Auswertung die Wahrscheinlichkeit lebensbedrohlicher bzw. tödlicher Reaktionen. Zu klären bleibt, ob es sich hierbei um eine Folge der Asthmamittel handelt oder um Hinweise auf schwere Erkrankungen (SPITZER, W. O. et al.: N. Engl. J. Med., in Druck).


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