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Risiko von BJÖRK-SHILEY-Herzklappenbrüchen: Über schadhafte BJÖRK-SHILEY-Prothesen berichteten wir mehrfach, zuletzt in a-t 8 (1990), 76 und 9 (1990), 82. In einer retrospektiven Kohortenstudie an 2.300 Patienten aus den Niederlanden mit einer 60° bzw. 70° konvex-konkaven (CC) BJÖRK-SHILEY-Klappe war das Risiko eines Klappenbruches abhängig von der Klappengröße, dem Klappensitz und dem Öffnungswinkel sowie bei jüngeren Personen erhöht. Nach 8 Jahren betrug das Klappenbruchrisiko bei Mitralklappen 17,4% für große ?? 29 mm) 70° CC Klappen und 7% für kleine (ú 27 mm) 70° CC Mitralklappen. Kleine 60° CC Mitralklappen bergen kein erhöhtes Bruchrisiko, während das Risiko bei großen 60° Mitralklappen 4,2% beträgt. Jüngere Patienten gehen ein höheres Klappenbruchrisiko ein. Für 70° CC Mitralklappen liegt das Risiko 8 Jahre nach der Implantation für unter 50jährige bei 15%. Bei älteren Personen beträgt es 10%. Ein ähnlicher Trend gilt für 60° CC Mitralklappen. Der Öffnungswinkel ist ein bedeutender Risikofaktor mit einem sechsfach erhöhten Risiko bei 70° CC Klappen gegenüber 60° CC Klappen. Die Gefahr eines Klappenschadens ist für Mitralklappen etwa dreimal so groß wie für Aortenklappen. Die Überlebensrate im Beobachtungszeitraum von fast 7 Jahren wird von Klappensitz und Öffnungswinkel beeinflußt. 6 der 7 Patienten mit Aortenklappenbruch und 18 der 35 Patienten mit Mitralklappenbruch starben. Die Gesamtüberlebensrate war besser für Patienten mit 60° gegenüber 70° CC Klappen. Empfehlungen zum prophylaktischen Klappenaustausch lassen sich aus dieser Untersuchung nicht ableiten. Ein derartiger Eingriff ist jedoch für Patienten mit großer 70° CC Mitralklappe und für junge Patienten mit großer 60° CC Mitralklappe zu erwägen. Wegen der hohen Sterblichkeit von 50% bei Klappenoperation im Notfall müssen Patienten mit Verdacht auf Klappenbruch sofort in eine herzchirurgische Klinik eingewiesen werden (VAN DER GRAAF, Y. et al.: Lancet 339 [1992], 257).


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