Bewegungstraining und mäßiger Alkoholgenuß können vor koronarer Herzerkrankung (KHK) schützen. Wer von Gasthaus zu
Gasthaus joggt, soll sein Serumcholesterin-HDL* abhängig vom Alkoholkonsum erhöhen und die Risikokonstellation erniedrigen. Inwiefern
Alkoholgenuß das Gesamtcholesterin und das Verhältnis von HDL zum Gesamtcholesterin verändert, wurde an der Universität
Tampere/Finnland an 380 Männern untersucht. Der Vergleich von drei Gruppen mit Abstinenz bzw. geringem, mäßigem und hohem Alkoholkonsum
ergab, daß mit zunehmendem Alkoholgenuß Gesamt- und HDL-Cholesterin steigen. Das Verhältnis zwischen Gesamt- und HDL-Cholesterin
ändert sich jedoch nicht.1
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* | HDL = High Density Lipoprotein,
Anteil des Serumcholesterins, dem eine koronare Erkrankungen fördernde Eigenschaft zugesprochen wird
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Nach einer Langzeitstudie an über 1700 Probanden erhöht Alkohol das HDL und senkt das LDL**, steigert dabei aber den systolischen Blutdruck. Etwa
die Hälfte der vor KHK schützenden Wirkung wird auf das erhöhte HDL zurückgeführt. Eventuell läßt sich ein Teil der
Schutzwirkung durch einen Einfluß des Alkohols auf die Hämostase, vor allem auf die Thromboseneigung, erklären.2
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** | LDL = Low Density Lipoprotein,
Anteil des Serumcholesterins, dem eine koronare Erkrankungen fördernde Eigenschaft zugesprochen wird
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Nach den Ergebnissen einer epidemiologischen Erhebung verringert der Konsum von täglich 13 bis 65 g Alkohol das relative Risiko einer koronaren
Arterienerkrankung um etwa 50%. Die minimale Alkoholmenge für diesen Schutzeffekt beträgt 13 bis 26 g Alkohol/Tag.*** Bei Frauen liegt die
Zielgröße zwischen 7 und 13 g Alkohol/Tag. Beide Geschlechter scheinen in bezug auf diese Meßparameter vom geregelten Alkoholgenuß zu
profitieren, wobei Frauen die besseren Alkoholverwerter sein müßten, weil sie weniger für den Schutzeffekt benötigen sie haben ohnehin
ein höheres HDL! Andererseits scheinen Frauen wegen ihrer vergleichsweise schlechteren Enzymausstattung für den Alkoholabbau Alkohol schlechter zu
verkraften als Männer.1
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*** | 20 g Alkohol = 0,5 l Bier (4%) oder 0,2 l Wein (10%)
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Das inverse Verhältnis zwischen Alkoholverbrauch und koronaren Erkrankungen findet Bestätigung in einer Reihe von Studien. Wer regelmäßig
und kontrolliert alkoholischen Getränken zuspricht, betreibt beim derzeitigen Stand der medizinischen Erkenntnis eine Art von Erfahrungsmedizin ohne den
Wirkungsmechanismus des Koronartrainings zu kennen. Wie aber wirkt Alkohol? Es werden Effekte auf die Blutplättchen, auf die Fibrinolyse und auf die
elastischen Strukturen der Gefäßwand behauptet. Ein bis zwei Drinks pro Tag werden für akzeptabel gehalten. Mehr als drei Drinks also mehr
als 48 g Alkohol/Tag steigern das Risiko der Leberzirrhose ebenso wie das von Krebserkrankungen. Zitiert wird die Meinung eines 103jährigen
Skilangläufers: "Das Geheimnis eines langen Lebens ist Bewegung und nochmals Bewegung und nicht zu viel und auch nicht zu wenig zu
trinken".3
FAZIT: Täglicher Alkoholkonsum bei Männern bis zu 48 g/Tag scheint zur Prävention der koronaren Herzkrankheit beizutragen.
Bei regelmäßigem Genuß größerer Alkoholmengen überwiegen Risiken wie Abhängigkeit, Leberzirrhose oder
Krebserkrankungen.
1 | SEPPÄ, K. et al.: Arch. Intern. Med. 152 [1992], 297 |
2 | LANGER, R. D. et al.: Circulation 85 (1992), 910 |
3 | KREISBERG, R. A.: Arch. Intern. Med. 152 [1992], 263 |
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* | HDL = High Density Lipoprotein,
Anteil des Serumcholesterins, dem eine koronare Erkrankungen fördernde Eigenschaft zugesprochen wird |
** | LDL = Low Density Lipoprotein,
Anteil des Serumcholesterins, dem eine koronare Erkrankungen fördernde Eigenschaft zugesprochen wird |
*** | 20 g Alkohol = 0,5 l Bier (4%) oder 0,2 l Wein (10%) |
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