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Mittel der Wahl für die Behandlung des Herpes simplex: Das durch Schleimhautkontakt bzw. Stichverletzung oder Hautkontakt übertragene Herpes simplex-Virus bleibt nach einer Primärinfektion in Ganglienzellen latent, kann durch exogene Effekte wie andere Infektionen oder immunsuppressive Behandlung reaktiviert werden und verursacht erneut mukokutane Symptome. Unter den antiviral aktiven Wirkstoffen gilt Aciclovir (ZOVIRAX) als Mittel der Wahl für die Behandlung der Herpesenzephalitis oder viszeralen Generalisierung und des Herpes genitalis. Sowohl für den Primärinfekt als auch für das Rezidiv des Herpes labialis existiert keine gut dokumentierte Therapie. Rezidive sprechen auf die orale Verabreichung von Aciclovir kaum besser an als auf Plazebo (Verkürzung der Abheilung um einen Tag von 9 auf 8 Tage). Enttäuschende Resultate zeigen Studien mit Aciclovirsalbe. Bei orolabialem Herpes bringt also Aciclovir systemisch und lokal wenig oder gar keinen klinisch relevanten Nutzen. Für generalisierte Herpesinfekte und Herpesrezidive immunsupprimierter Personen ist die systemische Gabe von Aciclovir Mittel der Wahl. Aciclovir hemmt lediglich die Virusvermehrung, zerstört aber die Viren nicht und hat keinen Einfluß auf latente Viren in den Ganglienzellen. Spätere Rezidive lassen sich deshalb nicht verhindern (pharma-kritik 13 [1991], 85).


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