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Kurz und bündig

Misoprostol (CYTOTEC 200) als Mukosaschutz bei der Verordnung nichtsteroidaler Antiphlogistika? Das Prostaglandin E1-Analog Misoprostol ist seit sechs Jahren im Handel. Unter dem Warenzeichen CYTOTEC fand es wenig Nachfrage als Ulkusmittel für das Magen- und Zwölfingerdarmgeschwür, da seine Wirksamkeit die der hierfür bewährten H2-Rezeptor-Antagonisten nicht übertrifft und sein Verträglichkeitsprofil deutlich ungünstiger verläuft (vgl. a-t 6 [1986], 46). Es ist nicht als Mittel der ersten Wahl beim Ulcus pepticum zu werten. Misoprostol besitzt schleimhautschützende Eigenschaften, wenn nichtsteroidale Entzündungshemmer über längere Zeit im Einsatz sind. Ob sich hieraus innerhalb eines vernünftigen Kosten-Nutzen-Rahmens ein prophylaktischer Anwendungsbereich ableiten läßt, ist noch offen. Die klinische Routineverordnung von Misoprostol (CYTOTEC 200) für diesen Zweck läßt sich noch nicht rechtfertigen (WOOD, A. J. J.: N. Engl. J. Med. 327 [1992], 1575).


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