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Kollagenosen nach Implantation von Rinderkollagen (ZYDERM COLLAGEN): Intrakutane Injektionen von Rinderkollagen (ZYDERM COLLAGEN) sollen Falten im Gesicht glätten und Narben kosmetisch ausgleichen. Personen, die sich solchen Eingriffen unterziehen, entwickeln offenbar häufiger als die Durchschnittsbevölkerung Immunkrankheiten, die unter dem Bild einer Dermatomyositis oder Polymyositis ablaufen. Solche Erkrankungen wurden bei neun von 345.000 behandelten Personen beobachtet, während ihre Inzidenz üblicherweise mit fünf bis neun Patienten auf eine Million Einwohner drei- bis fünffach geringer ist. Acht der Betroffenen hatten allergische Reaktionen im Injektionsbereich, fünf von sechs kontrollierten Patienten erhöhte Antikörpertiter gegen Rinderkollagen. Die Krankheitssymptome entwickeln sich 1 bis 24 Monate nach der Behandlung. Der Verlauf entspricht dem Bild einer fortschreitenden Autoimmunkrankheit. Die Nutzen-Risiko-Relation der Behandlung erscheint bedenklich (CUKIER, J. et al.: Ann. Intern. Med. 118 [1993], 920).

Internisten aus Mannheim und Berlin berichteten dem NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION über Dermatomyositis (Bericht 2079) bzw. Polymyositis (Bericht 2145) nach Injektion von ARUMALON, einem aus kollagenhaltigem Knorpel und Knochenmark von Kälbern hergestellten sogenannten "Chondroprotektivum" (vgl. a-t 10 [1987], 92). Darüber hinaus wäre zu fragen, ob nicht auch andere Kollagenbestandteile wie Hyaluronsäure (HYALART) gleiche Prozesse auslösen können.


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