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Schadwirkungen von Aciclovir (ZOVIRAX): Für das NETZWERK DER GEGENSEITIGEN INFORMATION erhielten wir sieben Meldungen über zum Teil schwere Hautreaktionen auf Aciclovir (ZOVIRAX), darunter auch allergische Reaktionen auf die (in kleinen Mengen rezeptfreie) Creme- Zubreitung. Zehnmal wird über neurologisch/psychiatrische Störungen durch Aciclovir berichtet, darunter Desorientiertheit, Verwirrtheit, Halluzinationen und Wahnvorstellungen, Alpträume, panische Angstzustände, depressive Entwicklung sowie starke Kopfschmerzen. Bei einem 92jährigen mit Herpes zoster des ersten Trigeminusastes geht die Einnahme von Aciclovir am zweiten Tag mit einer fast vollständigen schlaffen Lähmung des linken Armes einher. Innerhalb von zwei Tagen nach Absetzen bildet sich die Parese zurück (NETZWERK-Bericht 4290). Weitere Meldungen betreffen dialysepflichtige Niereninsuffizienz (Bericht 4810), Übelkeit (3095, 6103, 6548) und Fieber bis 39? Celsius (5298).

Im Herbst 1991 kam die Aciclovir-Suspension (ZOVIRAX Suspension) zur Behandlung von Herpes-Infektionen der Schleimhäute – auch bei Kleinkindern – in den Handel. Ein Kinderarzt berichtet uns von einem Mädchen im Alter von eindreiviertel Jahren, das sieben Tage nach Masern-Mumps-Röteln- Impfung mit Fieber erkrankt. Der hinzugerufene Notarzt diagnostiziert eine Herpangina und verordnet Aciclovir-Suspension. Unter der Therapie entwickelt das Kind Herzrhythmusstörungen im Sinne einer absoluten Arrhythmie (6565). Laut US-amerikanischen Produktinformationen sind Wirksamkeit und Unbedenklichkeit von oralem Aciclovir bei Kindern unter zwei Jahren unzureichend belegt.


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