Die Information für Ärzte und Apotheker
Neutral, unabhängig und anzeigenfrei
arznei-telegramm® - von Ärzten und Apothekern für Ärzte und Apotheker. Unabhängig informiert ohne Einfluss der Pharmaindustrie.
Bestellen Sie ein Probeabo
vorheriger Artikela-t 1994; Nr. 1: 15nächster Artikel
Korrespondenz

KOSTENTREIBENDE ANTRA-AMPULLEN

Für Omeprazol (ANTRA) wird im Beipackzettel eine Dosierung von täglich einmal 10 - 20 mg für die zugelassenen Indikationen Ulcus ventriculi und duodeni sowie Refluxösophagitis angegeben. Eine Ampulle mit der gebrauchsfertigen Injektionslösung enthält 40 mg. Da meistens die Ampullen mit 10 ml = 40 mg Omeprazol nicht aufgeteilt werden, erhalten nahezu alle Patienten statt der empfohlenen Dosis von 10 - 20 mg jetzt 40 mg. Die Folge dieser hohen Dosierung ist eine übermäßige Säurehemmung (Anazidität). Im Vergleich: Nach 40 mg oral mit einer Bioverfügbarkeit von etwa (35-) 60% beträgt die basale Säuresekretionshemmung bereits ca. 80% (Standardinformation für Krankenhausapotheker, S. 5). Neben der möglichen Keimbesiedlung bei Patienten unter hochdosierter Säurehemmung sind die hohen Kosten zu berücksichtigen: DM 9,26 für eine Ampulle ANTRA i.v. 40 mg...

Hat die Firma Astra das Präparat bewußt mit 40 mg i.v. auf den Markt gebracht, um von vornherein Therapieversager auszuschließen (s.a. Ausbietung ANTRA oral mit 40 mg seit September 1993)? Oder sollen Ärzte bei jeder Ampulle 20 - 30 mg = 4,63 - 6,95 DM verwerfen?

P. VOM SCHEMM (Apotheker) – Krankenhaus Siloah
D-75179 Pforzheim


© 1994 arznei-telegramm

Diese Publikation ist urheberrechtlich geschützt. Vervielfältigung sowie Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen ist nur mit Genehmigung des arznei-telegramm® gestattet.

vorheriger Artikela-t 1994; Nr. 1: 15nächster Artikel