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Kurz und bündig

Erythrozytenkonzentrate bei Blutarmut kosteneffektiver einsetzen: Wann die Transfusion roter Blutzellen geboten ist, war Thema einer Konsensuskonferenz des Royal College of Physicians (Edinburgh/Schottland). Zu den blutzellsparenden Strategien gehören nicht nur Hämodilution, Eigenblutspende und Techniken, die den chirurgisch bedingten Blutverlust eindämmen, sondern auch eine neue Schwellendefinition des Mangelzustands: Ein Hämoglobin (Hb)-Wert unter 10 g/dl oder das gepackte Zellvolumen von 0,3 als Kriterium für die Gabe von Erythrozytenkonzentraten läßt sich nicht länger als allgemeine Regel halten. Entscheidend ist der Gesamtzustand des Patienten. Hb-Werte von 8 g/dl vor dem chirurgischen Eingriff sind bei sonst gesunden Patienten hinzunehmen. Dagegen können bei kardialen oder zerebrovaskulären Erkrankungen höhere Hb-Werte das Interventionskriterium für die Blutzelltransfusion bilden, denn der Hämoglobinwert sagt im allgemeinen zu wenig über das Erythrozytenvolumen und die Sauerstoffkapazität aus. Unzureichende Hämoglobin-Wiederaufladung kann verborgene Myokardischämien zur Folge haben. Nach einer eher konservativen Schätzung verursachen Erythrozytenkonzentrat-Transfusionen in Großbritannien Kosten von etwa zweieinhalb Millionen DM pro 1 Million Einwohner. Da lohnen sich Überlegungen zum rationalen Einsatz roter Blutzellen (NAPIER, J. A. F.: Lancet 343 [1994], 1280).


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