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Streßulkus-Prophylaxe bei Intensivpatienten mit Sucralfat (ULCOGANT u.a.) – weniger nosokomiale Pneumonien: Blutungen aus Streßläsionen der Magenschleimhaut können das Leben von Intensivpatienten bedrohen. Den pH-Wert anhebende Ulkusprophylaktika wie H2- Antagonisten und Antazida stehen in Verdacht, durch Absiedlung von Darmkeimen in die Atemwege nosokomiale Pneumonien zu fördern (a-t 2 [1989], 23). In einer randomisierten Studie erhalten 244 beatmete Patienten nach Intubation zweistündlich 20 ml eines Antazidums (Aluminiumhydroxid plus Magnesiumhydroxid [hierzulande z.B. MAALOXAN]), täglich 150 mg Ranitidin (ZANTIC u.a.) oder vierstündlich 1 g Sucralfat (ULCOGANT u.a.). Der mittlere Magensaft-pH liegt in der Sucralfat-Gruppe niedriger bei deutlich seltenerer Keimbesiedlung des Magens. Späte Pneumonien bei länger als vier Tage beatmeten Patienten (n = 213) treten unter dem Schleimhautprotektivum mit 5% (4 von 76) ebenfalls signifikant seltener auf als unter Vorbeugung mit dem H2-Blocker (14 von 68, 21%) oder dem Antazidum (11 von 69, 16%). Dagegen unterscheiden sich in den ersten Tagen nach Intubation einsetzende Lungenentzündungen in den drei Gruppen nicht wesentlich. Während frühe Lungenentzündungen beatmeter Patienten häufig durch Keime des Rachenraumes hervorgerufen werden, die möglicherweise mit dem Tubus in die Trachea gelangen, stammen bis zu 40% der Erreger spät auftretender Pneumonien aus dem Magen. Makroskopische Magenblutungen kamen in allen Gruppen etwa gleich häufig vor (4% bis 10%) (PROD'HOM, G. et al.: Ann. Intern. Med. 120 [1994], 653 / ati d).


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