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Kurz und bündig

Masernimpfung – bei Kindern mit Hühnereiallergie vorherige Hauttests überflüssig: Zur Herstellung von Masernimpfstoff (MASERN-IMPFSTOFF MERIEUX u.a.) werden Zellkulturen aus Hühnerembryonen verwendet. Die Vakzine enthält Spuren von Proteinen, auf die Personen mit Hühnereiallergie überempfindlich reagieren können (s. auch a-t 12 [1989], 109). Australische Kinderärzte impften 410 Kinder mit Eiallergie gegen Masern und Mumps oder zusätzlich auch gegen Röteln. Vier reagieren mit milden Störwirkungen wie Erbrechen oder pfeifender Atmung. Keines dieser Kinder fiel zuvor im Prick-Test mit der Vakzine auf, wohl aber fünf andere, die die Impfung vertragen haben. Auf in die Haut gespritzten Impfstoff (Intrakutantest) reagieren 46 von 96 getesteten Kindern positiv. Nur eins dieser Kinder entwickelt nach der Impfung Urtikaria im Gesicht. Offenbar vertragen mindestens 99% der Kinder mit Hühnereiallergie eine Masernimpfung. Weder anhand des Prick- noch des Intrakutantests lassen sich Impfreaktionen vorher abschätzen. Es empfiehlt sich, Kinder mit Hühnereiallergie ohne vorherige Hauttests gegen Masern zu impfen, aber auf die Behandlung von Störwirkungen vorbereitet zu sein (AICKIN, R. et al.: Brit. Med. J. 309 [1994], 223/ati d).


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