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Migränemittel Sumatriptan (IMIGRAN) und das Auge: Bei einer 23jährigen Frau mit Hämangiom im Bereich des Sehzentrums verschlechtern sich die Gesichtsfeldausfälle nach einmaliger Injektion des Migränemittels Sumatriptan (IMIGRAN) drastisch mit Hemianopsie links. Zuvor waren die seit zehn Jahren bekannten geringen Gesichtsfeldausfälle des linken Auges als Folge eines STURGE-WEBER-Syndroms unter regelmäßiger augenärztlicher Kontrolle unverändert (NETZWERK-Bericht 6700). Ein 69jähriger Rentner, dem seit Kindheit Migräneanfälle zu schaffen machen, erleidet nach Injektion von Sumatriptan eine Thrombose des linken Auges mit andauerndem 80%igen Sehkraftverlust (7139). Eine halbe Stunde nach erstmaliger Einnahme von 100 mg Sumatriptan wegen eines besonders schweren Migräneanfalls mit optischer Aura entwickelt eine 46jährige Augenärztin eine ischämische optische Neuropathie am linken Auge. Während die Sehfeldeinschränkung innerhalb eines Monats abklang, hält das Verschwommensehen nach einem Jahr noch an (CHIARI, M. et al.: Headache 34 [1994], 237). Über Gefäßveränderungen, pektanginöse Beschwerden, Herzinfarkt und Hemiparese in Verbindung mit Sumatriptan berichteten wir mehrfach (a-t 10 [1993], 100; 1 [1995], 7). Besonders bei Personen mit komplizierter Migräne scheint dieses Migränemittel die Neigung zu Gefäßspasmen im zerebrovaskulären Bereich zu verstärken. Der Serotoninagonist kann Linderung verschaffen, wenn andere medikamentöse und nichtmedikamentöse Maßnahmen ausgeschöpft sind und soll u.E. nur dann verordnet werden.


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