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Korrespondenz

PROPHYLAXE DER BERGKRANKHEIT

Im August nahm ich an einer Trekking-Tour teil, die uns beginnend von 3600 m über mehrere Tage auf Höhen zwischen 4000 bis 5000 m führte. Eine Teilnehmerin, die auf früheren Bergtouren mit Höhenproblemen zu kämpfen hatte, nahm heimlich prophylaktisch 2 bis 3 Tbl. DIAMOX (a-t 8 [1995], 86) täglich schon zu Beginn der Reise. Typische Symptome der Höhenkrankheit wurden zunächst maskiert. Nach dem 4. Trekkingtag, an dem wir einen 5000 m hohen Paß zu bewältigen hatten, entwickelte sich nachts zunächst ein Hirnödem und später am Morgen ein Lungenödem. Die Ereignisse verliefen so dramatisch, daß die Teilnehmerin trotz Lagerung im Überdruckzelt verstarb.

In Trekkerkreisen kursiert häufig die Meinung, mit DIAMOX käme eine Höhenerkrankung erst gar nicht zu Tage. Auch von Ärzten wird das Medikament (so auch in dem oben geschilderten Fall) unkritisch zu diesem Zweck verordnet. Das kann schlimm enden.

Dr. E. FITZEL (Apothekerin)
D-68167 Mannheim


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