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Korrespondenz

HÄUFIGE MIKTIONSSTÖRUNGEN
NACH IPRATROPIUMBROMID PER OS (ITROP)

Die Firma Boehringer Ingelheim bewirbt ihr antiarrhythmisch wirkendes Präparat ITROP (Ipratropiumbromid in oraler Form) derzeit mit einem Rundschreiben (23.10.95), in dem auf eine (ältere) Studie an 334 Patienten1 verwiesen wird. Nach dieser Studie hätten nur vier Patienten über Miktionsstörungen als UAW geklagt. Nach meiner Beobachtung (ich bin seit über 15 Jahren als Internist im Krankenhaus tätig) ist die Inzidenz von Miktionsstörungen unter ITROP außerordentlich hoch, so daß nur wenige Patienten das Präparat über einen längeren Behandlungszeitraum einnehmen können (darunter vereinzelt auch Frauen, die aufgrund der fehlenden Prostata selten Miktionsstörungen dieser Art entwickeln). Ich kann mir schwerlich vorstellen, daß seit dieser 1989 publizierten Studie nicht genügend klinische Daten vorliegen, die meine Beobachtung bezüglich der oralen Form von Ipratropiumbromid bestätigen. Ich halte daher das genannte Rundschreiben für einen unseriösen Werbetrick.

Dr. med. W. KAYSER (Internist)
D-29451 Dannenberg

1  BRISSE, B. (Hrsg.): "Bradykarde Herzrhythmusstörungen", Solingen 1989


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