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Grippewelle - jetzt noch impfen? Seit Ende November des Vorjahres wird ein sprunghafter Anstieg akuter respiratorischer Erkrankungen registriert. Von Niedersachsen und den östlichen Bundesländern verlagert sich der Schwerpunkt zum Jahreswechsel auf die bevölkerungsreichen westlichen und südlichen Landesteile. Bei Stichproben läßt sich neben anderen Viren Influenza-Virus A nachweisen. Die Stämme (vor allem H3N2, sporadisch H1N1) entsprechen den in diesjährigen Grippeimpfstoffen (BEGRIVAC u.a.) enthaltenen Komponenten (Arbeitsgemeinschaft Influenza, 8. Jan. 1996). Für gefährdete Personen, vor allem ältere Menschen und chronisch Kranke (vgl. a-t 9 [1995], 90), die bisher noch nicht geimpft sind, kann eine Immunisierung auch jetzt noch sinnvoll sein. Schützende Antikörper werden innerhalb von ein bis zwei Wochen gebildet. Nicht geimpft werden sollen akut fieberhaft Erkrankte und "möglicherweise in einer Inkubationszeit befindliche" Personen (Fachinformation MUTAGRIP 95, Stand 4/95). Demgegenüber teilt das niedersächsische Landesgesundheitsamt auf Anfrage mit, daß es keine Hinweise auf eine Verschlimmerung der Erkrankung durch Impfung in der Inkubationszeit gibt (WILLERS, H.: Persönliche Mitteilung vom 4. Jan. 1996). Ängstlichen Patienten bleibt der Rat, zwei Tage vor Impfung größere Menschenansammlungen zu meiden - solange dauert es etwa zwischen Ansteckung und Ausbruch der Erkrankung. Drohende Engpässe in der Versorgung mit Impfstoff sind durch Rückleitung bzw. Import aus dem europäischen Ausland (z.B. VAXIGRIP/ Frankreich = MUTAGRIP) und Wiederaufnahme der Produktion beigelegt. Nichtgeimpfte Risikopersonen können kurzfristig vorbeugen, indem sie innerhalb von 36 Stunden nach Ausbruch der Erkrankung mit der Einnahme des nur gegen Influenza A wirkenden und häufig schlecht verträglichen Amantadin (VIREGYT u.a.; vgl. a-t 10 [1993], 94) beginnen.


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