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Erektile Impotenz – neue Perspektiven: Intrakavernöse Injektion vasoaktiver Mittel wie Papaverin (PAVERON u.a.), Phentolamin (REGITIN [Schweiz]; keine zugelassenen Indikationen; a-t 3 [1988], 29) oder Alprostadil (CAVERJECT [Schweiz u.a.], Zulassung bei Impotenz in Deutschland beantragt; LINET, O. I. et al.: N. Engl. J. Med. 334 [1996], 873) verhelfen bei erektiler Dysfunktion zur Erektion. Die Selbstinjektion ist streßbelastet, häufig schmerzhaft und kann Hämatome und Infektionen sowie stundenlangen schmerzhaften Priapismus, Penisverbiegung, intrakorporale Fibrosen und kardiovaskuläre Störwirkungen (Tachykardie, Angina pectoris, Lungenödem) verursachen. In Sexshops angebotene oberflächlich hyperämisierende Externa vom Typ Rheumasalbe (z.B. PENISEX Steifungs-Kraft-Salbe) besitzen keinen belegten Nutzen. Mehr Erfolg verspricht – zumindest bei psychogener Impotenz ohne großes kavernöses oder neurogenes Defizit – eine Vasodilatatoren-haltige Creme mit 3% Aminophyllin (EUPHYLLIN u.a.), 0,25% Isosorbiddinitrat (ISOKET u.a.) und 0,05% Co-dergocrinmesilat (HYDERGIN u.a.). 2 g Creme auf Eichel und Penisschaft aufgetragen verhilft im plazebokontrollierten Vergleich 21 (58%) von 36 durchschnittlich seit drei Jahren an erektiler Impotenz leidenden ägyptischen Männern zu besserer Gliedsteife, die Geschlechtsverkehr ermöglicht (GOMAA, A. et al.: Brit. Med. J. 312 [1996], 1512 / ati d). Bevor zur intrakavernösen Injektion geraten wird, ist bei psychogener Impotenz ein Behandlungsversuch mit einem Externum zu erwägen. Zu prüfen bleibt, welcher Nutzen sich mit Zubereitungen erzielen läßt, die lediglich einen Vasodilatator enthalten. Nitroglyzerin allein wirkt offensichtlich nicht zufriedenstellend (PORST, H.: Dtsch. med. Wschr. 118 [1993], 203). Gel mit 4 mg Alprostadil soll bei zwei von drei Personen die Erektion hinreichend fördern (BECHER, E. et al.: Proc. Am. Urol. Ass. 155 : Suppl. [May 1996], Abstr.). Zur Einnahme per os erscheint nach bisherigen Pilotstudien der ursprünglich als Angina- pectoris-Mittel konzipierte Phosphodiesterasehemmer Sildenafil (Pfizer) erfolgversprechend (verbesserte Erektion bei 40 [92%] von 43 Anwendern gegenüber 27% unter Plazebo; Scrip 2129 [1996], 24), weniger hingegen das sublingual wirksame Emetikum Apomorphin, weil es allzuhäufig Übelkeit und Erbrechen verursacht (ati d).


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