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Autoimmunhepatitis durch Hepatitis-A-Impfstoff (HAVRIX u.a.)? Eine 28jährige aus Niedersachsen wird wegen einer geplanten Urlaubsreise in die Karibik erstmalig gegen Hepatitis A geimpft. Zehn Tage später erkrankt die bis dahin gesunde junge Frau an Gelbsucht. Neben stark erhöhten Transaminasen (GPT über 800 U/l, GOT 600 U/l) und Bilirubin (5,9 mg/dl) bestehen Zeichen der Lebersynthesestörung. Ohne Behandlung normalisieren sich die Leberwerte innerhalb von vier Wochen nahezu vollständig. Virushepatitiden, infektiöse Mononukleose und Zytomegalie werden ausgeschlossen. Antikörper gegen Hepatitis-A-Virus lassen sich nach der Impfung nicht nachweisen. Allerdings fallen stark erhöhte Titer von antinukleären Antikörpern (ANA) sowie Antikörpern gegen glatte Muskulatur und das Muskelprotein Aktin auf. Histologisch besteht Verdacht auf chronische Hepatitis mittlerer bis starker Aktivität, vereinbar mit einer Autoimmunhepatitis. Dem Oberarzt der Klinik "drängt sich ... der Verdacht auf, daß ein Zusammenhang zwischen der Hepatitis-A-Immunisierung und der Leberveränderung besteht". Vor der Erkrankung wurden bei der Patientin niemals Leberwerte bestimmt (NETZWERK-Bericht 8662). Thrombozytopenien und thrombozytopenische Purpura durch die hochimmunogenen Hepatitis-A- und -B-Impfstoffe sind ebenso beschrieben wie Auslösung einer Autoimmunhepatitis durch Hepatitis-A-Virusantigen (MEYBOOM, R. H. B. et al.: Lancet 345 [1995], 1638, VENTO, S. et al.: Lancet 337 [1991], 1183).


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